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Über Moritz Kelber

In Bern tätiger Musikwissenschaftler aus München.

Neuer Denkmälerband erschienen

Ein neuer Band der Denkmäler der Tonkunst in Bayern ist erschienen:

Anton Adam Bachschmid (1728-1797):
Sechs Solo-Konzerte für Violine, Flöte und Fagott

Herausgegeben von Christoph Großpietsch, LXII und 245 Seiten, 2014

Anton Adam Bachschmid (1728-1797) war der letzte Hofkapellmeister am Fürstbischöflichen Hof in Eichstätt vor der Säkularisation. Der aus dem niederösterreichischen Melk stammende Bachschmid wirkte zunächst am Fürstbischöflichen Hof von Würzburg, bevor er 1753 als Kammer- und Hofmusicus nach Eichstätt kam, wobei er angab, das Spiel mehrerer Instrumente zu beherrschen, darunter Violine, Traversflöte, Horn und Violone. Die Position des Hofkapellmeisters bekleidete er von 1773 bis zu seinem Tod im Jahre 1797. Er hat ein Œuvre von weit mehr als 200 Werken aller Gattungen hinterlassen, von geistlicher Musik bis zu Sinfonien, Konzerten und Opern. Nach 1800 ist Bachschmids Werk weitgehend in Vergessenheit geraten.

Christoph Großpietsch hat nun in den Denkmälern der Tonkunst in Bayern einen Band mit sechs Solokonzerten Bachschmids vorgelegt, deren Entstehungszeit zwischen 1763 und ca. 1780 anzusetzen ist. Er beinhaltet zwei Flötenkonzerte, ein Fagottkonzert sowie drei Violinkonzerte. Die Quellen der Werke, die jeweils als Unikate überliefert sind, liegen im Falle der Flötenkonzerte in Eichstätt (Musiksammlung Raymund Schlecht) sowie in der Fürst-Thurn und Taxis Hofbibliothek Regensburg bei den übrigen Werken. Die sechs ausgewählten Konzerte sind mit Streichern sowie zwei Hörnern, bis auf eine Ausnahme auch mit zwei Oboen im Orchester besetzt. Das Fagottkonzert und die drei Violinkonzerte geben zugleich vollständig den erhaltenen Werkbestand des Komponisten wieder. Die nun edierten Werke bereichern den Bestand an Solokonzerten aus dem süddeutsch-österreichischen Raum aus der Zeit der Haydn-Brüder sowie des frühen Mozart.