Symposion und Mitgliederversammlung in Ingolstadt

Am Freitag, den 25. Januar 2019 um 16:00 Uhr findet in Ingolstadt unsere nächste Mitgliederversammlung statt. Ort ist der Barocksaal des Stadtmuseums Ingolstadt. Alle Mitglieder der Gesellschaft sind dazu herzlich eingeladen. Am Abend des 25. Januar beginnt um 19:30 im Liebfrauenmünster ein ca. einstündiges Konzert mit Solisten und dem Simon-Mayr-Chor unter der Leitung von Franz Hauk. Es erklingen Werke von Komponisten, die an der Landesuniversität Ingolstadt studierten: Michael Tonsor, Georg Muffat und Johann Joseph Fux – sowie Lasso und Bach.

Am darauf folgenden Tag findet ein Symposion zum Thema Anfänge der Musikpflege an der ersten Bayerischen Landesuniversität – Die Bedeutung des Georgianums für die musikalische Bildung statt, in Ergänzung der Ausstellung Georgianum – Ein Ingolstädter Baudokument im Strom der Zeit. Gäste sind herzlich willkommen.

Flyer zur Veranstaltung

Zwei neue Bände der Denkmäler der Tonkunst in Bayern erschienen

1) Denkmäler der Tonkunst in Bayern, Neue Folge, Band 27: Johann Jakob Schnell, Concerta commode tractabilia op. 3 (Erlangen 1731) sowie Concerti aus den Missae neo-editae op. 1 (Bamberg 1729), hrsg. von Alexander Heinzel

Die Edition beinhaltet konzertante Werke des Bamberger Hofmusikers Johann Jakob Schnell (1687–1754) aus zwei Drucken: die sechs Concerti des Drucks Concerta commode tractabilia op. 3, Erlangen 1731 (5 Concerti für Solovioline, zwei Violinen, Viola und Basso sowie eines für zwei Litui und Streicher) sowie fünf Konzerte für zwei Concertino-Violinen, zwei Ripieno-Violinen und Basso aus dem Druck Missae neo-editae op. 1, Bamberg 1729. Die Besonderheit der letzteren besteht darin, dass sie jeweils Bestandteil einer Messvertonung sind, eingefügt zwischen Gloria und Credo. Diese Concerti nehmen so die Funktion von „Epistelsonaten“ ein, eine vor allem im süddeutsch-österreichischen Kulturraum verbreitete Praxis, wie wir sie nicht zuletzt durch die entsprechenden Werke W.A. Mozarts kennen. Für die Edition wurden die Concerti aus dem Mess-Zusammenhang herausgelöst; ein legitimes Vorgehen, da sie jeweils eigenständige Werke ohne thematische Verbindung zur umgebenden Messkomposition sind. Die Werke Schnells sind eine wichtige Repertoire-Erweiterung, zeigen sie doch die Rezeption des italienischen Konzertidioms in Süddeutschland. Ferner werden die Denkmäler der Tonkunst in Bayern um einen weiteren Vertreter der fränkischen Musiklandschaft ergänzt, die bisher durch Werke von Giovanni Benedetto Platti (Cellokonzerte und Triosonaten; Neue Folge, Band 23), ein Singspiel von Johann Löhner aus Ansbach (Neue Folge, Band 6) sowie geistliche Musik von Georg Arnold (Neue Folge, Band 10) vertreten ist. Eine öffentliche Präsentation des Bandes wird vorbereitet.

2) Denkmäler der Tonkunst in Bayern, Neue Folge, Band 21: Tomaso Trajetta, Siroe, hrsg. von Jörg Riedlbauer

Das „dramma per musica“ Siroe von Tommaso Trajetta (1739–1779), vertont auf ein Libretto von Pietro Metastasio, wurde 1767 als Auftragswerk für die Karnevalsspielzeit in München komponiert. Das Werk wurde vom Münchner Publikum positiv aufgenommen; in der Forschung, vor allem von Hugo Goldschmidt und Franz Michael Rudhardt, wurde das Werk dagegen eher kritisch beurteilt, da Trajetta nach der bislang erreichten Stilebene im Sinne der italienischen Opernreform wieder ein altes Metastasio-Libretto vertont hatte, mit dem sich andere Komponisten bereits seit 40 Jahren befasst hatten. Trajetta hatte sich allerdings dem konservativen musikalischen Geschmack des Münchner Publikums und besonders des Kurfürsten anzupassen, erweiterte jedoch vorsichtig die musikdramaturgischen Grenzen. Häufig machte er vom Accompagnato-Rezitativ Gebrauch, und in der musikalischen Personen- und Situtationscharakteristik zeigte er sich – innerhalb des überlieferten Formschemas der Opera seria – doch als als genau differenzierender Dramatiker. Der Band ist der zweitumfangreichste (ca. 400 Seiten) innerhalb der Reihe der Denkmäler.

Neuer Denkmälerband erschienen

Ein neuer Band der Denkmäler der Tonkunst in Bayern ist erschienen:

Anton Adam Bachschmid (1728-1797):
Sechs Solo-Konzerte für Violine, Flöte und Fagott

Herausgegeben von Christoph Großpietsch, LXII und 245 Seiten, 2014

Anton Adam Bachschmid (1728-1797) war der letzte Hofkapellmeister am Fürstbischöflichen Hof in Eichstätt vor der Säkularisation. Der aus dem niederösterreichischen Melk stammende Bachschmid wirkte zunächst am Fürstbischöflichen Hof von Würzburg, bevor er 1753 als Kammer- und Hofmusicus nach Eichstätt kam, wobei er angab, das Spiel mehrerer Instrumente zu beherrschen, darunter Violine, Traversflöte, Horn und Violone. Die Position des Hofkapellmeisters bekleidete er von 1773 bis zu seinem Tod im Jahre 1797. Er hat ein Œuvre von weit mehr als 200 Werken aller Gattungen hinterlassen, von geistlicher Musik bis zu Sinfonien, Konzerten und Opern. Nach 1800 ist Bachschmids Werk weitgehend in Vergessenheit geraten.

Christoph Großpietsch hat nun in den Denkmälern der Tonkunst in Bayern einen Band mit sechs Solokonzerten Bachschmids vorgelegt, deren Entstehungszeit zwischen 1763 und ca. 1780 anzusetzen ist. Er beinhaltet zwei Flötenkonzerte, ein Fagottkonzert sowie drei Violinkonzerte. Die Quellen der Werke, die jeweils als Unikate überliefert sind, liegen im Falle der Flötenkonzerte in Eichstätt (Musiksammlung Raymund Schlecht) sowie in der Fürst-Thurn und Taxis Hofbibliothek Regensburg bei den übrigen Werken. Die sechs ausgewählten Konzerte sind mit Streichern sowie zwei Hörnern, bis auf eine Ausnahme auch mit zwei Oboen im Orchester besetzt. Das Fagottkonzert und die drei Violinkonzerte geben zugleich vollständig den erhaltenen Werkbestand des Komponisten wieder. Die nun edierten Werke bereichern den Bestand an Solokonzerten aus dem süddeutsch-österreichischen Raum aus der Zeit der Haydn-Brüder sowie des frühen Mozart.