
Organisation: Dr. Moritz Kelber
Das Programm der 8. Singer Pur Tage, das den Titel „Sounds of William – Der Name ist Programm“ trägt, schlägt erneut die Brücke vom Mittelalter bis in die Gegenwart und überwindet dabei die Genregrenzen zwischen „E“ und „U“. Den roten Faden des dreitägigen Festivals bilden Komponisten namens Wilhelm (engl. William, franz. Guillaume etc.). Das Ensemble Singer Pur präsentiert also Werke von Guillaume Dufay über William Byrd bis hin zu Robbie Williams.
Die Akademie am Adlersberg greift die Idee der epochenübergreifenden Programmgestaltung auf und beschäftigt sich erstmals mit dem Thema „historische Gesangstechniken“. Am 8. August 2026 fragen sieben Vorträge, zu denen alle Interessierten eingeladen sind, danach, wie sich die Praxis des Singens durch die Jahrhunderte hindurch veränderte. Was wissen wir über die Gesangspraxis der Vergangenheit? Wie können wir uns Praktiken erschließen, die niemals oder kaum schriftlich aufgezeichnet wurden? Wo sind die Grenzen wissenschaftlicher Evidenz? Die Vorträge schlagen die Brücke vom Mittelalter in die Moderne und nehmen das Thema Gesang aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick. Die Referate von Bernhold Schmid, Elisabeth Seidel, Moritz Kelber, Franz Körndle, Thomas Seedorf, Sebastian Bolz und Benjamin Gast nehmen dabei immer wieder Bezug auf die Konzertprogramme.
Ergänzt wird die Tagesakademie 2026 erneut durch eine Faksimilewerkstatt. Bei dem Workshop, der von Dr. Moritz Kelber geleitet wird, erhält das Festivalpublikum die Möglichkeit, sich selbst singend mit der Musik des Festivals – und zwar aus der Originalnotation.
Programmübersicht
10.00–10.15 Uhr
Begrüßung
Moritz Kelber
10.15–10.45 Uhr
Kann man aus dem Mensuralcodex St. Emmeram (Bayerische Staatsbibliothek München, Clm 14274) singen?
Bernhold Schmid
10.45–11.15 Uhr
Zwischen den Zeilen: Musikdrucke des 16. Jahrhunderts als Spiegel musikalischer Praxis?
Elisabeth Seidel
Kaffeepause
11.45–12.15 Uhr
Zur Disziplierung des Körpers: Eine kleine Kulturgeschichte des Kastratentums
Moritz Kelber
Mittagspause
14.00–15.00 Uhr
Stimmtöne, musikalische Temperaturen und Aufführungspraxis – Von der gar nicht heilen Welt im Musikleben der Vergangenheit
Franz Körndle
Kaffeepause
15.30–16.00 Uhr
Es klang so neu, und war doch so alt – Wagner-Gesang historisch informiert
Thomas Seedorf
16.00–16.30 Uhr
„Sich kaputt singen“: Zu den Gefahren der Chorpraxis um 1900
Sebastian Bolz
16.30–17.00 Uhr
Die (un)verwechselbare Stimme. Überlegungen zum urheberrechtlichen Schutz vokaler Klanggestalt aus Gutachterperspektive
Benjamin Gast
Kaffeepause
17.30–18.30 Uhr
Faksimileworkshop
Moritz Kelber