DTB 21: Tomaso Trajettas Dramma per musica „Siroe“

Denkmäler der Tonkunst in Bayern, Band 21: Tommaso Trajetta, Siroe. Herausgegeben von Jörg Riedlbauer, LII und 348 Seiten, 2018.

Das „dramma per musica“ Siroe von Tommaso Trajetta (1739–1779), vertont auf ein Libretto von Pietro Metastasio, wurde 1767 als Auftragswerk für die Karnevalsspielzeit in München komponiert. Das Werk wurde vom Münchner Publikum positiv aufgenommen; in der Forschung, vor allem von Hugo Goldschmidt und Franz Michael Rudhardt, wurde das Werk dagegen eher kritisch beurteilt, da Trajetta nach der bislang erreichten Stilebene im Sinne der italienischen Opernreform wieder ein altes Metastasio-Libretto vertont hatte, mit dem sich andere Komponisten bereits seit 40 Jahren befasst hatten. Trajetta hatte sich allerdings dem konservativen musikalischen Geschmack des Münchner Publikums und besonders des Kurfürsten anzupassen, erweiterte jedoch vorsichtig die musikdramaturgischen Grenzen. Häufig machte er vom Accompagnato-Rezitativ Gebrauch, und in der musikalischen Personen- und Situtationscharakteristik zeigte er sich – innerhalb des überlieferten Formschemas der Opera seria – doch als als genau differenzierender Dramatiker. Der Band ist der zweitumfangreichste (ca. 400 Seiten) innerhalb der Reihe der Denkmäler.