Der zweite Studientag der Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte wurde vom an der Universität Augsburg (Prof. Dr. Franz Körndle und Dr. Moritz Kelber) ausgerichtet und fand am 16. März 2024 in den Räumlichkeiten des Leopold-Mozart-College of Music statt.

| Jacobijne Kiel (Universität Augsburg) München, Bayerische Staatsbibliothek, Musiksammlung, Musica Manuscripta 34: Zwischen wissen und vermuten |
| Susanne Behringer & Rebekka Sandersfeld (Universtät Regensburg) Werke mit Widmung aus der Fürst Thurn und Taxis Hofbibliothek Regensburg. Ein Katalogisierungsprojekt |
| Tobias Reil (Hochschule für Musik und Theater München) Opern am fürstbischöflichen Hof im Eichstätt des 18. Jahrhunderts – und deren Weiterleben |
| Christoph Schuller (Universität München) Richard Dehmel und Hermann Zilcher: Fitzebutze. Ein gescheitertes Kinderoperprojekt? |
| Nikolas Georgiades (Universität Leipzig) Die Rolle Münchens in Nasos’ Reformprojekt des Athener Konservatoriums |
| Patrick Dziurla (Universität München) Nützliche Quelle oder Wegwerfartikel? Verlagswerbung als Hilfsmittel bei der Kommentierung des Briefwechsels zwischen Bernd Alois Zimmermann und dem Verlag B. Schott’s Söhne |
| Moritz Kelber (Universität Augsburg) Workshop zum elektronischen Publizieren |
Abstracts
München, Bayerische Staatsbibliothek, Musiksammlung, Musica Manuscripta 34: Zwischen wissen und vermuten
Jacobine Kiel (Universität Augsburg)
Die Musikhandschrift München 34 (D-Mbs, Mus.ms. 34) enthält 29 Vertonungen des Salve Regina und stammt aus der Werkstatt von Petrus Alamire in Mechelen, die in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts aktiv war. Neben Salve-Vertonungen bekannter Komponisten wie Josquin des Prez und Pierre La Rue enthält das Manuskript auch Werke weniger bekannter Namen und neun anonyme Kompositionen. Aus dem Wappen der Familie Wittelsbach geht hervor, dass die Handschrift für Herzog Wilhelm IV. verfasst wurde. Sie gehörte zu seiner Privatbibliothek. Obwohl lange angenommen wurde, dass es sich bei Mus.ms. 34 um ein Geschenk des habsburgisch-burgundischen Hofes in Mechelen für den Herzog handelte, gibt es dafür weder Beweise noch begründete Vermutungen. Es ist wahrscheinlicher, dass es sich um einen Auftrag des Herzogs selbst handelte. Der Ausbau der Hofkapelle und damit der Einzug Ludwig Senfls könnte ein Grund dafür sein, dass ein neues Repertoire notwendig wurde.
Auch die genaue Datierung bleibt eine Vermutung, obwohl davon ausgegangen werden kann, dass sie nach Josquins Tod im Jahr 1521 erfolgte. Der Grund dafür ist das Kreuz hinter seinem Namen. Da über den Hof Wilhelms IV. kaum Quellen vorliegen, ist unklar, ob die Salve Reginas tatsächlich regelmäßig aufgeführt wurden. Es gibt jedoch einige Hinweise.
Jacobine Kiel studierte Musikwissenschaft an der Universität Utrecht und absolvierte eine Ausbildung zur Musikbibliothekarin an der Frederik-Müller-Akademie in Amsterdam. Nach einigen Jahren im Bibliothekswesen setzte sie ihre Karriere in der Softwareentwicklung und im Projektmanagement fort. Ihre musikwissenschaftliche Forschung beschäftigt sich mit Musikmanuskripten und Motetten der Renaissance. Derzeit schließt sie ihre Dissertation bei Franz Körndle in Augsburg ab.
Werke mit Widmung aus der Fürst Thurn und Taxis Hofbibliothek Regensburg. Ein Katalogisierungsprojekt
Susanne Behringer & Rebekka Sandersfeld (Universität Regensburg)
Die Fürst Thurn und Taxis Hofbibliothek beheimatet eines der größten Privatsammlungen Deutschlands und über 3.000 Musikalien. Der Bestand blieb von den Wirren der Zeit nahezu unangetastet, sodass sich die Geschichte des Hauses daran fast lückenlos nachvollziehen lässt. In besonderem Maße mit den Angehörigen der Fürstenfamilie verbunden, doch gleichzeitig bis heute wenig thematisiert sind dem Haus selbst gewidmete Werke.[1] Diese sind Gegenstand einer Projektarbeit, die wir im Rahmen unseres Masterstudiums an der Universität Regensburg durchführen. Ziel der Arbeit ist die Erstellung eines Katalogs, der auf der Homepage der Hofbibliothek zugänglich sein wird.
Unsere Konsultation der Bestandskataloge hat ergeben, dass die Widmungswerke vorwiegend vom 18. bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein entstanden und heute in vier Bestandsgruppen der Bibliothek nachweisbar sind: Musikhandschriften, Freie Künste Musikalien, Principalia Domini und Ehrenbezeugungen. Eine Sonderstellung nehmen die letzteren beiden Bestände ein, da diese nicht genuin aus musikalischen Werken bestehen, sondern verschiedenste Objektarten umfassen. Es handelt sich dabei um dem Fürstenhaus dedizierte Huldigungswerke und Geschenke, darunter Briefe, Zeitungsausschnitte, kleinere Gemälde, Gedichte etc.
Während unserer Recherche wurde deutlich, dass die Bestandslisten nur einen vagen Werkeindruck vermitteln. Ziel unseres Katalogs ist daher, durch eingehende Untersuchung der Quellen die bereits bekannten Informationen zu den einzelnen Kompositionen mit besonderem Blick auf die Dedikation zu erweitern. Dabei orientieren wir uns an bewährten Strukturen und Parametern, wie sie aus RISM-Einträgen, dem Katalog Die Musikhandschriften der Fürst- Thurn-und-Taxis-Hofbibliothek Regensburg von Gertraud Haberkamp und Hugo Angerer (1981) und der Online-Recherche der Hofbibliothek bekannt sind.
Noch sind Sichtung und Eintragung der Werke nicht vollständig abgeschlossen, doch schon jetzt zeigt sich allein schon in der Vielfalt an Gattungen und Anlässen die enorme Bandbreite dieses Korpus. Beim Studientag der Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte möchten wir unseren fertigen Katalog und damit ein studentisches Projekt vorstellen, das einen wissenschaftlichen Beitrag zum höfischen Musikleben der Thurn und Taxis liefern möchte.
[1] Lediglich eine Magisterarbeit tangiert unser Werkkorpus: Erika Mzyk, Gelegenheitskomposition im 18. Jahrhundert anhand von Beispielen aus der Fürstlich Thurn und Taxis’schen Hofbibliothek Regensburg, Zulassungsarbeit: Universität Regensburg 1985.
Susanne Behringer absolvierte 2021 ihren Bachelor in Musikwissenschaft an der Universität Regensburg und studiert derzeit ebendort den Master Historische Musikwissenschaft. Seit Wintersemester 2021/22 ist sie als Hilfskraft im Bereich Marketing mit Schwerpunkt Programmheftgestaltung für das Universitätsorchester tätig. Zudem arbeitet sie seit September 2023 als Werkstudentin mit Zuständigkeit für Musikalien in der Fürst Thurn und Taxis Hofbibliothek.
Rebekka Sandersfeld schloss 2021 ihr Bachelorstudium in Musikwissenschaft (zweites Hauptfach Philosophie) an der Universität Regensburg ab und absolviert derzeit ebendort ihr Masterstudium in Historischer Musikwissenschaft. Im Frühjahr 2023 absolvierte sie ein siebenwöchiges Praktikum im Forschungszentrum Beethoven-Archiv mit Verlag Beethoven-Haus Bonn. Seit März 2023 arbeitet sie als Hilfskraft für Prof. Dr. Gregor Herzfeld am Institut für Musikwissenschaft.
Opern am fürstbischöflichen Hof im Eichstätt des 18. Jahrhunderts – und deren Weiterleben
Tobias Reil (Hochschule für Musik und Theater München)
Im 18. Jahrhundert erlebte das Hochstift Eichstätt seine kulturelle Blüte. Wenngleich klein, so doch politisch nicht unbedeutend, war die fürstliche Repräsentation – wie überall im Alten Reich – nicht nur adeliges Vergnügen, sondern eminent politisch. Insbesondere kleinere Territorien verteidigten so ihre Autonomie und schützten sich vor dem Mediatisierungshunger angrenzender Mächte (im Eichstätter Fall war das insbesondere das Kurfürstentum Bayern). Sichtbarkeit war staatstragend.
In Eichstätt sticht bis heute die das Stadtbild prägende Architektur namhafter internationaler Architekten hervor. In Vergessenheit gerieten hingegen die für den Eichstätter Hof komponierten Opern, welche nicht minder zur fürstlichen Repräsentation beigetragen hatten. Einige Partituren und Libretti der stets zu Jahresbeginn aufgeführten Stücke sind allerdings bis heute vorhanden. Ein Antigono Metastasios, vertont vom Hofkapellmeister Anton Adam Bachschmidt, liegt gar als vollständige Partitur vor. Lange waren diese Kompositionen aus dem kulturellen Gedächtnis der Stadt verschwunden, obwohl sie nicht einmalig aufgeführt wurden, wie es uns die Hofkalender des 18. Jahrhunderts vermuten lassen. Vielmehr wurden sie „wiederverwendet“, was zusätzliche, der Partitur beigefügte Neutextierungen verraten. So wurde aus einem Lobhymnus für den Fürstbischof Anton II. Strasoldo ein Geburtstagslied für den späteren Herrscher Eugène de Beauharnais, Arien wurden für den liturgischen Gebrauch umgeschrieben.
Der Vortrag soll ein Beitrag zu Repräsentation und deren politischer Bedeutung kleinerer Residenzen im Alten Reich am Beispiel des Fürstbistums Eichstätt sein. Die Bedeutung des öffentlichen Auftritts in Form von Musikaufführungen soll aus dem Blickwinkel der Selbstvergewisserung und politischen Stabilisierungsbemühungen neu betrachtet werden. Zusätzlich soll ein Schlaglicht auf den Umgang mit handgeschriebenen Partituren des 18. Jahrhunderts und deren Fortleben gegeben werden.
Tobias Reil studierte zwischen 2011 und 2017 an der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) Gymnasiallehramt Musik mit Hauptfach Klavier, dazu zwischen 2016 und 2019 Erweiterungsfach Geschichte an der Ludwig-Maxmilians-Universität. Seit 2019 promoviert er an der HMTM in historischer Musikwissenschaft. Das Projekt wird von Prof. Dr. Dorothea Hofmann und Prof. Dr. Dieter Weiß betreut. Nebenbei ist Tobias Reil als Klavierlehrer tätig.
Richard Dehmel und Hermann Zilcher: Fitzebutze. Ein gescheitertes Kinderoperprojekt?
Christoph Schuller (Universität München)
Hermann Zilcher war ein Komponist, der sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Ruf eines anerkannten Spätromantikers erarbeitete. Noch bedeutender für seine Reputation waren seine Lehrtätigkeit an der Königlichen Akademie der Tonkunst München, der Direktionsposten der Würzburger Musikhochschule ab 1920 sowie die Initiierung des dortigen Mozartfestes. Zilchers heutige Wahrnehmung in seiner unterfränkischen Wahlheimat als auch in der Musikwissenschaft ist jedoch von seiner Kollaboration ab 1933 mit den nationalsozialistischen Machthabern geprägt. Seine Biografie und Frühwerk vor jener politisch geprägten Phase müssen dagegen weiterhin als nahezu unbekannt eingestuft werden. Ein solches vergessenes Werk dieser Zeit ist seine Kinderoper Fitzebutze (1907) nach der gleichnamigen Kinderbuchvorlage des Ehepaars Richard und Paula Dehmel von 1900. Dehmel, der zur Jahrhundertwende zu den einflussreichsten Lyrikern Deutschlands zählte, arbeitete von ca. 1900 bis 1920 intensiv mit dem deutlich jüngeren Zilcher an diesem Projekt. Ihre umfangreiche Briefkorrespondenz offenbart eine Kooperation, die von vielfältigen Hindernissen geprägt war. Eine zu progressive Kinderbuchvorlage, eine wirre Vorgeschichte, Pressekämpfe und zahlreiche Absagen der deutschen Bühnenelite führen zu dem Schluss, dass das Projekt trotz intensiver Bemühungen scheiterte. Als „Dokument des Scheiterns“ ist Fitzebutze jedoch ein hochinteressantes Anschauungsbeispiel, was eigentlich alles schief gehen kann, wenn Schriftsteller und Komponisten interdisziplinär zusammenarbeiten.
Christoph Schuller studierte von 2015 bis 2022 in Regensburg und Würzburg mit einem Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes Musikwissenschaft, Philosophie und Germanistik. Derzeit promoviert er seit Januar 2023 an der LMU München zur europäischen Rezeption der amerikanischen Minimal Music bei Prof. Dr. Wolfgang Rathert. Er hat von 2018 bis 2022 als studentische Hilfskraft am Richard-Wagner-Schriften-Editionsprojekt in Würzburg und seit Juni 2023 als Honorarkraft bei der Richard-Strauss-Gesamtausgabe der LMU gearbeitet. Seine Quellenedition „Richard Dehmel und Hermann Zilcher: Fitzebutze. Briefe – Dokumente – Quellen“ befindet sich aktuell in Vorbereitung. Zudem arbeitet er seit 2022 im von Erasmus+ geförderten NEMO-Projekt (Network of European Minimal Organisations), das die Vernetzung verschiedener Zentren der europäischen Minimal Music und ihre nachhaltige Präsenz in Lehre, Wissenschaft und Öffentlichkeit zum Ziel hat.
Die Rolle Münchens in Nasos’ Reformprojekt des Athener Konservatoriums
Nikolas Georgiades (Universität Leipzig)
Das Athener Konservatorium wurde maßgeblich durch seinen langjährigen Direktor, Georg Nasos, geprägt. Er leitete dessen Geschicke über 40 Jahre, von 1891 bis zu seinem Tod 1934. Mit Beginn seiner Amtszeit unterzog er das Konservatorium einer umfangreichen und kontroversen Reform, die z.T. als ‚Germanisierung‘ bezeichnet wurde. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass hier eine Stadt eine besondere Rolle spielte: München. Da Nasos knapp zehn Jahre dort verbrachte und an der Königlichen Musikschule studierte, verwundert dies kaum. In fast allen Bereichen, in denen er im Zuge seiner Reform aktiv wurde, spielten Institutionen sowie Akteurinnen und Akteure aus der bayerischen Hauptstadt eine wichtige Rolle. In diesem Vortrag sollen daher sowohl die Elemente seiner Ausbildung, welche die spätere Reform prägten, als auch seine Münchener Kontakte, die ihm bei der Umsetzung seiner Ziele bis 1900 halfen, aufgezeigt werden. Dabei wird ein breites Spektrum an Münchener Bezügen ersichtlich: von der Personalpolitik (die nicht nur die Anstellung seiner Kommilitonen Johannes Miersch und Rudolf Geidenberger beinhaltete) und dem Aufbau der neu eingeführten Jahresberichte bis hin zu Instrumentenbauern und Werklisten für den Flötenunterricht.
Nikolas Georgiades wurde 1997 in Würzburg geboren und wuchs in der Republik Zypern auf, wo er Musikunterricht an der Musikschule des Lyzeums der Griechischen Frauen Famagustas (Niederlassung Larnaka) erhielt. 2017–2023 studierte er Musikwissenschaft an der Universität Leipzig und war dort 2018–2020 Tutor für Tonsatz und Gehörbildung. In seiner Masterarbeit beschäftigte er sich mit Georg Nasos’ Reform des Athener Konservatoriums, besonders im Hinblick auf den deutsch-griechischen Kulturtransfer. Seit 2022 ist er in der Redaktion der studentischen Zeitschrift StiMMe des DVSM und seit April 2023 wissenschaftlicher Mitarbeiter (Doktorand) im Projekt „Forschungsportal BACH“ der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. In seiner Dissertation beschäftigt er sich mit der Organisation der Kirchenmusik in Thüringen im 17. und 18. Jahrhundert.
Nützliche Quelle oder Wegwerfartikel? Verlagswerbung als Hilfsmittel bei der Kommentierung des Briefwechsels zwischen Bernd Alois Zimmermann und dem Verlag B. Schott’s Söhne
Patrick Dziurla (Universität München)
In meinem Vortrag möchte ich auf die unterschiedlichen (verlagsspezifischen) Quellen eingehen, die für die Kommentierung der Korrespondenz zwischen Bernd Alois Zimmermann und dem Verlag B. Schott’s Söhne herangezogen werden sowie die Probleme, die mit der Erschließung dieser Quellen verbunden sind. Im Falle Zimmermanns hat sich gezeigt, dass neben gut zugänglichen Quellen wie Druckbüchern (Bayerische Staatsbibliothek), Herstellungskarteien (Schott) und den wenigen noch erhaltenen verlagsinternen Notizen (Zimmermann Nachlass, Akademie der Künste Berlin) auch Werbematerialien (z. B. Anzeigen in Zeitschriften, Verlagsprospekte und -kataloge) wertvolle Informationen liefern können. Am Beispiel der ersten Fassung des Konzerts für Violoncello und kleines Orchester (1953) lässt sich anhand der Verlagskataloge zeigen, dass der Verlag den Druck und den Verkauf des Klavierauszugs in Erwägung gezogen hatte, diesen aber schließlich nicht realisierte. Die Informationen, die die Verlagskataloge in diesem Fall liefern, helfen zu verstehen, warum in der Herstellungskartei eine Editionsnummer vergeben wurde, aber im Druckbuch kein Eintrag zu dem Werk zu finden ist.
So hilfreich Werbematerialien als Quellen sein können, so schwer ist aber der Zugang zu ihnen. Werbung in (Musik-)Zeitschriften wie Melos, Das Musikleben oder Musica hat sich zwar aufgrund der Sammlung von Zeitschriften in zahlreichen Institutionen erhalten, sie aufzufinden ist aber mit einem enormen Rechercheaufwand verbunden. Bei Werbematerialien wie Prospekten und Katalogen handelt es sich im Grunde um Wegwerfartikel, da sie nach einer gewissen Zeit nicht mehr aktuell waren. In Bibliotheken und selbst in den Verlagsarchiven haben sich kaum solche Exemplare erhalten. Sollten Werbematerialien eine nützliche Quelle für die Musikwissenschaft darstellen, wäre es dann nicht sinnvoll, diese zu sichern bevor sie verloren gehen? Und falls ja, wie?
Patrick Dziurla, geboren in München, studierte von 2011 bis 2016 Musikwissenschaft (Bachelor und Master) mit Nebenfach Geschichte (BA) und Profilbereich Philosophie (MA) an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In seinem 2016 begonnenen Dissertationsvorhaben beschäftigt er sich mit der Edition des Briefwechsels zwischen Bernd Alois Zimmermann und dem Verlag B. Schott’s Söhne (Betreuer: Prof. Dr. Wolfgang Rathert). Er war wissenschaftliche Hilfskraft bei der Kritischen Ausgabe der Werke von Richard Strauss (2015–2022) und ist seit 2017 wissenschaftliche Hilfskraft bei der Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe. Des Weiteren Lehrtätigkeiten am Institut für Musikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München (seit 2015) und der Bluenote Music-School Aichach sowie Vorträge an der Volkshochschule München (2019–2022) und dem Katholischen Kreisbildungswerk e. V. in Mühldorf am Inn (seit 2021).